Der Helgoländer Lummenfelsen

Am westlichen Felsrand Helgolands liegt der Lummenfelsen. Mit 1,1 ha ist er das kleinste Naturschutzgebiet Deutschlands, weist jedoch die größte Brutvogeldichte auf. Hier brüten einige ausgesprochene Hochseevogelarten, unter ihnen die Dreizehenmöwe und die Trottellumme. 

Seevogelparadies (Brutvogelzahlen von 1998)

Die Trottellumme (2400 Brutpaare) ist der Charaktervogel Helgolands. Bereits im Winter erscheinen die Lummen in der Nähe der Insel auf dem Meer und besetzen etwa ab Mitte April ihre angestammten Brutplätze im Felsen. Auf die schmalen Felsenbänder legen sie je Brutpaar nur ein Ei, welches wegen seiner birnenähnlichen Form kaum herunterrollen kann. Nach 30 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen, die dann 20 bis 35 Tage lang auf dem Felsen gefüttert werden, ehe sie ihn mit einem "Lummensprung" zwischen Anfang Juni bis Juli zum ersten Mal in Richtung Nordsee verlassen.

Lummen und Dreizehenmöwen brüten auf schmalen Felsvorsprüngen. Sie sind typisch für Helgoland, den einzigen Vogelfelsen in der Deutschen Bucht. 
Foto: Verein Jordsand


Die Dreizehenmöwe (7020 Brutpaare) baut an kleinen Felsvorsprüngen Nester aus Tang, Algen und Grashalmen. Ihre Gelege bestehen aus ein bis drei olivgrünen Eiern. Die Jungvögel bleiben bis zum Flüggewerden Mitte bis Ende August auf den engen Nistplätzen. Im September verlassen sie die Insel, um wie andere Seevögel auf dem Nordatlantik zu überwintern.

Die Nester der Dreizehenmöwe lassen sich auf Helgoland gut vom Klippen- wander weg aus beobachten. Foto: Verein Jordsand


Der Tordalk ähnelt im Aussehen und in der Lebensweise der Lumme. Sein schwarzes Gefieder ist jedoch glänzender und sein breiter, von weißen Binden und Wülsten durchzogener Schnabel wirkt klobiger. Brutpaare gibt es seit jeher nur in geringer Anzahl auf Helgoland (1998: 11 Paare).

Der Eissturmvogel, der mit 86 Paaren auf Helgoland brütet, ist hier erst seit 1972 heimisch. Er gehört trotz seiner Ähnlichkeit nicht zu den Möwen, sondern ist ein naher Verwandter der Albatrosse. An anderen Brutplätzen sieht man meist nur erwachsene Vögel, da Ei und Junges an schwer einsehbaren Plätzen gelegt und aufgezogen werden. Auf Helgoland dagegen lassen sich Altvögel und Jungenaufzucht vom Klippenrandweg aus beobachten.

Der Baßtölpel (38 Brutpaare) ist der größte Seevogel des Nordatlantiks. Als Brutvogel war er erstmals 1991 auf Helgoland zu beobachten. Man erkennt ihn an den schwarzen Flügelspitzen und dem rahmgelben Kopf. Das Paar legt ein Ei und bebrütet es mit den Schwimmhäuten. Es verbaut u.a. Kunstoffreste und Plastikschnüre in seinem Nest, was für die Jungvögel nicht immer ganz ungefährlich ist, da sie sich leicht darin verfangen können.

Die Baßtölpelpopulation auf Helgoland hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Foto: Vogelwarte Helgoland


Naturkundliche Führungen

Der "Verein Jordsand" betreut seit 1983 beide Schutzgebiete auf Helgoland und unterhält in der Hummerbude Nr. 35 ein Informationszentrum. Hier finden Sie auch Aushänge über natur- und vogelkundliche Führungen am Lummenfelsen. Für Gruppen ab zehn Personen werden auch Führungen durchs Felswatt veranstaltet. (Anmeldung unter Tel. 04725 / 7787). Ebenso lohnt ein Besuch in dem von der Biologischen Anstalt Helgoland unterhaltenen Aquarium. (Öffnungszeiten erfahren Sie unter Telefon 04725 / 819228).

Führungen durch den Fanggarten der Vogelwarte werden jeweils in der Zeit vom 15. März bis 15. Oktober dienstags und freitags um 18:30 Uhr angeboten. Außerhalb dieser Zeit und für Gruppen nur nach Vereinbarung (04725/306).

Besuchen Sie auch die Homepage der Vogelwarte Helgoland !

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